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Im Blackmetalbereich erscheinen jedes Jahr unzählige Splitveröffentlichungen ( das wohl beliebteste Medium ist die gute alte 7inch), da kann die Hörerin bzw. der Hörer schon mal den Überblick verlieren. Viele Splits sind vom musikalischen wie auch künstlerischen Anspruch her keine Offenbarung, sondern dienen meistens nur dem Zweck die Wartezeit auf die nächsten Alben der Projekte bzw. Bands zu verkürzen und den Konsumenten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Es gibt immer Ausnahmen, die von der Allgemeinheit abweichen. Das beste Beispiel ist die Split zwischen Helrunar und Nachtmahr, die auf Lupus Lounge dem Sublabel von Prophecy Productions erschienen ist.

Alleine der Moment, wenn Frau oder Mann die MCD in einer 7inch Verpackung in den Händen hält, ist ein besonderes Erlebnis für die Augen. Wo die meistens Splits ehr unscheinbar von der Aufmachung sind, ist diese Veröffentlichung eine absolute Augenweide. Diese Doppelklappcoveredition mit einer Auflage von 1000 Stück aus schwerem Karton wurde künstlerisch von Skald Draugir seines Zeichens Sänger von Helrunar gestaltet und passt perfekt zu der Musik dieser MCD. Helrunar haben ihre Seite im Mittelteil der Edition hervorragend genutzt um ihre Informationen zu dem Stück "Hauch wird Sturm" der Hörerschaft zugänglich zumachen, im Gegensatz dazu beschränkt sich der Informationsteil von Nachtmahr leider nur auf zwei Bilder und den Tracknamen: "Trollnacht" ( Schade, ich hätte hier gerne mehr Informationen zu Nachtmahr vorgefunden.).

Die Herren von Helrunar ( Skald Draugir ( alle Stimmen), Dionysos (Gitarren, Bass) und Alsvartr (Schlagzeug) ) wurden nach ihrer ersten Demo - CD "Gratr" von allen Seiten (Presse wie auch Hörerschaft) mit sehr viel Vorschußlorbeeren überschüttet. "Hauch wird Sturm" ist das erste Stück, dass nach den sehr überzeugenden Demoaufnahmen eingespielt wurde, in Zusammenarbeit mit Markus Stock im Klangschmiede Studio. Wo sich bei vielen Projekten bzw. Bands jedes Stück bzw. Veröffentlichung gleich anhört, bieten Helrunar auf dieser Split ein sehr innovatives Tondokument ihrer Zielgruppe an. Eine Kreuzung aus Post - Blackmetal, Paganmetal mit einem hervorragenden Mittelteil der auch aus dem Neofolkbereich entstammen könnte. Besonders hervorzuheben ist, dass Skald Draugir das Stück mehrstimmig eingesungen hat, von fiesestem Blackmetalgekreische bis hin zu fast Gesängen wie Frau oder Mann sie in der Oper wiederfindet wird hier alles geboten. Ich denke eine klare und feine Weiterentwicklung zum Demo "Gratr", ich denke dieser Song dürfte viele wie mich auch in große Vorfreude auf das neue Album im Winter versetzen. Genial!

Nachtmahr bieten wie auch Helrunar eine sehr besonders innovative Mischung auf dieser Split an. Ich möchte im Rahmen dieser Besprechung auch eine Lanze für Nachtmahr brechen, weil andere Schreiberlinge dieses Stück zum großen Teil innerhalb ihrer Besprechungen meiner Ansicht nach zu unrecht verrissen haben. Ich denke Musik lebt von Innovationen und nicht vom Stillstand, aber gewisse Leute können scheinbar mit Kunst oder Weiterentwicklung nicht umgehen. Nachtmahr bieten mit dem Tondokument "Trollnacht" eine sehr atmosphärische Variante des Post ? Blackmetal an, wo der Mittelteil des Stückes schon an eine Oper erinnert. Was vielleicht ein wenig zur Aufklärung der Sache beträgt, ist die gesangliche Ausbildung des Sängers von Nachtmahr, der eine Ausbildung zum Opersänger durchlaufen hat. Eine schöne Idee eine kreischende Blackmetalstimme mit einer Opernstimme in einem Stück zu kombinieren. Was ich sehr interessant finde ist die Tatsache, dass die Opernstimme ein wenig nach Peter Maffay klingt. Ein absolut gelungener Track, der mal wieder aufzeigt, dass es nicht nur völlig engstirnig arbeitende bzw. denken Projekte bzw. Bands in der Szene gibt, sondern auch sehr innovative Kräfte, die versuchen experimentelle Wege zugehen. Genial!

Auf einen besonderen Punkt möchte ich noch eingehen, der bei anderen Splits meistens nicht erkennbar ist. Die beiden Projekte bzw. Bands haben für ihre Texte bzw. Songs die Inspiration aus der nordischen Mythologie entnommen und bildet somit eine weitere hervorragende Einheit. Schöne Abstimmung bzw. Zusammenarbeit.

Fazit:
Diese Split wird in den Fluten der Splitmassenveröffentlichungen nicht untergehen, sondern sich einen festen Platz unter den ersten Plätzen erkämpfen. Wo andere konzeptlose Splits auf den Markt werfen haben Helrunar und Nachtmahr in Zusammenarbeit mit Lupus Lounge hier ein Aushängeschild geschaffen. Ich hoffe die beiden nächsten Alben der beiden Projekte bzw. Bands werden genauso innovativ wie die hier vorgetragenen Stücke, damit die Hörerschaft weiterhin in Begeisterung schwelgen können.

Bewertung:

Punkte (Innovation): 15 von 15
Punkte (Gesamt): 15 von 15

 

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