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HELRUNAR "Grátr"
(Eigenproduktion)

Es hat ganz den Anschein, als würden die ganzen exquisiten Releases erst zum Jahresende an die Oberfläche kommen, was das späte Erscheinen des Fornost-Werkes oder eben vorliegendes Demo des deutschen Trios Helrunar belegt. Ebenjene mit "Grátr" betitelte Demo-CD liegt mir zwar nur als Promoversion vor, sollte aber dennoch demnächst veröffentlicht werden, sodass man dieses Werk wohl schon noch zum ausklingenden Jahr 2003 zählen darf. "Gratr" ist, man glaubt es kaum, das erste Lebenszeichen Helrunars, welche wie aus dem Nichts aufgetaucht sind und mit vorliegendem Release so einiges an Staub im Untergrund aufwirbeln sollten, hauen mich die neun Tracks doch so richtig aus den Socken, was beim ersten (!) Demo einer Band sehr selten der Fall ist, das letzte Mal war ich von einem Erstlingswerk derart angetan, als ich Drautrans "Unter dem Banner der Nordwind" zum ersten Mal im Player rotieren ließ. Nun aber zur Musik, hat diese doch wahrlich viel zu berichten! Helrunar haben sich einer gut ausgewogenen Mischung aus Black und Pagan Metal verschrieben, wobei man einen nicht gerade unwichtigen Akzent auf atmosphärische und neo-folkige Zwischenspiele legt, ohne jedoch in altbekannte Raster nach dem Motto "Intro mit Akustikgitarren, Blast-Part, monotoner Mittelteil, kurzer Akustik-Einschub und wieder Vollgas" zu verfallen! Nein, Helrunar bieten auf "Gratr" wahrlich die hohe Kunst eines atmosphärischen Spannungsaufbaus, was in den teilweise sehr langen Stücken zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen lässt und wehmütige Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wachrüttelt, als norwegische Bands mit jedem Song schwarze Monumente für die Ewigkeit schufen. Kein Wunder, dass auch Helrunar es vermögen, ähnliche Gefühle in mir zu wecken, machen sie doch keinen Hehl daraus, von solch grandiosen Formationen wie Satyricon, Ulver oder Taake beeinflusst zu werden, was man dem Songmaterial aber auch deutlich anhört. Nordischer Black Metal vom Feinsten, vorgetragen von gesprochenen Passagen, keifendem und gut verständlichem (!) Gekreische und erhabenem klaren Nordmann-Gesang. Doch all dies ist ja im Grunde nichts Besonderes, würde allen Songs nicht dieses gewisse Etwas anhaften, was mich seit jeher an norwegischem Black Metal fasziniert hat: Atmosphäre! Das Dreiergespann versteht es wahrlich, durch teilweise zweistimmige Gitarrenläufe, an mystischer Atmosphäre kaum zu übertreffende akustische Ausflüge und diesen absolut authentischen Sound eine Stimmung in mir heraufzubeschwören, wie es vor ihnen nur eben erwähnte Drautran, Ulver, Satyricon und einige wenige andere geschafft haben. Perfekt wird diese von der Musik erzeugten Stimmung auch vom Albumcover reflektiert, gibt dieses doch (ebenso wie die Musik) zu erkennen, das Naturmystizismus mehr bedeutet, als davon zu reden und ein Kittelsen Bild auf dem Cover zu haben. Für den nächsten Waldspaziergang essentiell!  Da die Truppe keine Homepage hat, was ich eigentlich auch begrüße, empfehle ich den Direkt-Kontakt über: seelenwinter@gmx.net

9.0 Punkte von Björn Springorum (am 10.12.2003) 
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