
Helrunar - Grátr
Self-Released, 2004
Das Trio Helrunar aus dem Dunstkreis von Osnabrück & Münster, hat mir ihrer ersten Veröffentlichung mehr erreicht als so manch andere Band in diesem Genre. Die CD "Gratr" ist noch in Eigenproduktion entstanden und daraufhin konnte man eine Plattendeal bei Prophecy Productions ergattern und ein paar Konzerte vor größerem Publikum.
Das erste Konzert von Helrunar vor größerem Publikum findet am 04.09.2004 auf der Nebelmond Metal Party in Wertherbruch statt. Live wird Helrunar von einem Bassisten verstärkt der auch den Lesern namentlich aus dem Feindesland bekannt sein dürfte "Zarathustra" unser Black Metal Reviewer ist kein festes Mitglied der Band, sondern gehört nur zum Live Aufgebot dazu.
Jetzt könnte schnell der Gedanke aufkommen, das ich Helrunar einen Freundschaftsdienst erweisen würde - aber diese Gedanken können sich gewisse Leute gleich mal von der Backe putzen. Hier im Feindesland wird jede Review sachlich bearbeitet und hier bekommt jeder nur die Punkte, die sie / er verdient. (Ne, andere Band aus unserem Dunstkreis musste ja auch dran glauben - jeder weiß noch wer das war oder?)
In welche Richtung bewegen sich Helrunar musikalisch? Eine Mischung aus Black Metal und Pagan Metal beschreibt es wohl am Besten. Was an der CD obwohl es eine Eigenproduktion ist besonders gefällt ist die gute Qualität des Gesamtproduktes - Heißt schönes Intro, Outro und ein Intermezzo in der Mitte der CD. Hier wurden nicht einfach Tracks geschrieben und auf eine CD gepackt sondern es wurde genau überlegt wie man eine kleines Gesamtkunstwerk schaffen könnte. Sehr guter Ansatz, wo sich so manche Black Metal Kapelle mal eine Scheibe von abscheiden könnte um ihre CDs aufzuwerten und um sich von anderen Projekten besser abgrenzen zu können. Die Atmosphäre die durch das Intro und das Outro geschaffen wird, setzt sich durch die ganze CD in den anderen Songs durch. Sehr schöner Spannungsbogen in allen Tracks, ohne eine Ausnahme. Die teilweise zweistimmigen Gitarrenläufe geben dem Album eine Dichte, die für einen Newcomer hervorragend ist und wir gespannt sein dürfen was auf der ersten Veröffentlichung bei Prophecy Productions uns noch erwartet. Was ein weiterer Pluspunkt ist - die variable Stimme - gesprochene Passagen, Gesänge wie auf finnischen Paganmetal Alben und eine Stimmlage die ich jetzt mal als "Gekreische" beschreibe. Mit diesem musikalischen Potential steht einer guten Entwicklung und einem großen finanziellen Erfolg ja nix im Wege - und ich wünsche mir mehr so innovative Newcomer hier reviewen zu dürfen. Einen Anspieltipp gibt es von mir natürlich auch noch - "Ich bin die Lehre" glänzt von diesem Album am Stärksten, aber wie schon gesagt der Rest ist genauso hörenswert wie dieser Track.
Bevor ich es vergesse im Booklet sind einige Texte von Helrunar abgedruckt und ich kann jedem Naturfetischisten nur raten sich diese Texte mal in Ruhe durchzulesen. Wunderbar, weitab von dem wo andere Bands sich textlich tummeln.
Fazit: Es besteht Kaufpflicht und gleichzeitig Konzertbesuchspflicht. Wir haben nicht viele gute Pagan Metal Bands aus Deutschland - und so gute wie Helrunar müssen unterstützt werden. Ich würde mich freuen, öfters so gute Newcomer vorstellen zu dürfen. Für Termine und CD - Bestellungen schaut doch auf der Webpräsenz von Helrunar nach - sie ist spärlich, aber erfüllt den erwünschten Zweck.
Bewertung:
Innovationspunkte: 12 / 15 Punkte
Gesamtpunkte: 13 / 15 Punkte
(Raphael)