
HELRUNAR
Frostnacht
Lupus Lounge/Soulfood
(10 Songs / 52:13 Min.)
Aus den dunstigen Nebeln von Osnabrück treten Helrunar mit ihrem Debüt FROSTNACHT hervor. Wie der Name bereits andeutet, beschäftigen sich die Westfalen mit nordischer Mythologie und spielen heidnischen Metal, was wiederum auf schwarze Klänge verweist. Im Gegensatz zu der überwiegenden Mehrzahl ihrer Kollegen schaffen es Helrunar, sowohl die deutsche Sprache ohne altertümelndes Geschwafel zu gebrauchen, als auch ihrer germanischen Inspiration recht originelle Texte abzuringen, die nicht in jedem zweiten Satz nach "Odin" brüllen. Mit seiner kehligen Intonation und dem getragenen Stil lässt Krächzer Skald Draugir entfernte Erinnerungen an Riger wach werden, was durchaus auch für Helrunars hymnische musikalische Ausrichtung gilt. Ein
Kurs, der bei allen norwegischen Bezügen, doch eindeutig "deutsch" und eigenständig klingt. Kühle Zitter-Gitarren, akustische Einschübe und Polter-Schlagzeug bringen die nötige Schwärze und episch-getragene Melodien sorgen für gute Hörbarkeit - auch weil es nie abgrundtief böse wird. Helrunar heimsen fünf ganz dicke Punkte ein für dieses gerade in der deutschen "Heidenszene" inhaltlich wie musikalisch herausragendes Debüt.
Gunnar Sauermann