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Auf diese Veröffentlichung werden viele Anhänger(innen) des Heathen Metal sehnsüchtig gewartet haben. 2004 machte das Münsteraner Trio mit dem, in Eigenregie produzierten, Demo Gratr von sich Reden. Es brachte Helrunar einen Vertrag bei Prophecy Productions ein, was für die hohe Qualität der Musik des Projektes spricht. Dieses Jahr wurde bereits eine Split-EP mit Nachmahr erstellt. Sie machte Appetit auf mehr, die Messlatte für das kommende Album lag hoch, die Erwartungen der verwöhnten Heathen Metalfans waren noch größer.
Nun, für sie besteht kein Grund zur Beunruhigung! 2005 werden nur wenige Publikationen, auf dem erwähnten Sektor, in der Lage sein sich mit Frostnacht zu messen. Helrunar besteht aus: Skald Draugir (Gesang/Stimme), Dionysos (Gitarren, Bass) und Alsvartr (Schlagzeug). Die genannten drei Herren erzeugen eine Musik, welche die engen Konventionen des klassischen Black Metal sprengt. Die Wurzeln werden nicht verleugnet, sie werden vielmehr aufgegriffen und veredelt. Auf grimmige, schwarzmetallische Attacken folgen erhaben/getragene, melodische Parts. Die Parallelen zur Natur sind evident: Die Ruhe schlägt in einen Orkan um. Titel wie Nachtfrost oder Birke im Moor zeugen ohnehin vom starken Interesse der Band an den mythisch/mystischen Aspekten der Natur. Dies wird dem Inhalt des Werkes aber nicht vollständig gerecht. Nach Aussage des Nordisten Skald Draugir gruppieren sich die Titel um zwei Pole: Wissen/Überlieferung aus heidnischer Vorzeit (Der Trank des Gehängten, Älter als das Kreuz) und schmerzhafte Erfahrungen mit ihren Auswirkungen auf den Menschen (Frostnacht, ... Bis die Seele gefriert). Die Letzteren bestechen durch ihre starke, dunkle Intensität! Ohnehin ist Nachtfrost eine (für dieses Genre) ungewöhnlich düstere Veröffentlichung. Auf eingängige Schunkelmelodien, unterstützt von mittelalterlichem Instrumentarium, wartet der Hörer/die Hörerin vergeblich. Dem Trio reichen die erwähnten "Werkzeuge" völlig aus. Hinzu kommt Skald Draugirs markanter Gesang, welcher entweder raunend oder in grimmer Raserei vorgetragen wird. Wie gesagt, Helrunar ergehen sich nicht, in mettrunkener Wonne über alte, vorgeblich bessere Zeiten. Das neue Album ist sehr nachdenklich gehalten. Schließlich opferte Wotan ein Auge um einen Schluck aus Mimirs Brunnen nehmen zu können und seherische Kräfte zu erlangen. Womit wir wieder bei dem Track "Mimis Brunnr" angekommen wären. Die Suche des Gottes nach ultimativer Weisheit ist ja, wie "Der Trank des Gehängten" oder "Neun Nächte" belegen, eines der Kerntopoi des Oeuvres.

 

Fazit: Eine mystisch-dunkle Veröffentlichung, welche die Herzen aller Freunde von exzellentem Heathen Metal höher schlagen lassen wird. Frostnacht läuft bestimmt momentan in Asgard bzw. Walhalla! Für diejenigen von Euch, die musikalische Querverweise schätzen,  sei als entfernte Reminiszenz The Olden Domain von Borknagar genannt.

 

Innovation 13 von 15 Punkten
Insgesamt 15 von 15 Punkten

MCBackoffice.



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