
HELRUNAR INTERVIEW
Mørkeskye Issue 8.
Stimmungsvoll und mächtig verweist mit „Gratr“ das erste Demo der deutschen Band Helrunar zahlreiche teuer produzierten und prahlerisch beworbenen Alben der letzten Jahren unmissverständlich ins Totenreich. Seit Drautrans „Unter dem Banner der Nordwinde“ erklangen aus heimischen Gefilden keine solch vereinnahmenden Hymnen nordischen Black Metals. Als gelte es, gleich mit der ersten Veröffentlichung die von Kampfar vorerst hinterlassene Lücke zu schließen, legt sich das Trio mit Gefühl und Gewalt ins Zeug und bietet auf „Gratr“ weit mehr als nur eine eindrucksvolle Demonstration erhabener Kompositionen, sondern im Grunde genommen ein Album an, das bereits jetzt locker über die LowFi-Langeweile standardisierten Blechs hinweg donnert und die Grenzen alter Meister auslotet, ohne dabei vollends in deren Schatten zu verweilen. Starke Einflüsse möchten die Musiker gar nicht erst verhehlen und nennen in dem „Gratr“ beigelegten Brief „die ersten beiden Helheim-Alben“, Enslaved, Darkthrone, Satyrcion, die ersten drei Ulver-Alben und Taake“ als Begeisterung entfachende Inspirations-Quellen. Eine Auflistung, die bei manch einem nicht nur wehmütige Erinnerungen an die Anfangstage eines mystischen Loderns im nordischen Nachthimmel weckt, sondern die wohl etliche Bands der zweiten, dritten und nimmersatten Black Metal-Welle für ihren eigenen Antrieb als maßgeblich bezeichnen würden. Das Besondere an Helrunar: sie ziehen die Namen der kreativen Riege nicht in den Dreck der eigenen Erbärmlichkeit und billigen Kopierens, sondern setzen mittels musikalisch-kompositorischer Fähigkeiten ihre eigenen Stärken ein, um dem mittlerweile offensichtlich etliche Musiker inspirierenden Vermächtnis der ursprünglichen Schöpferkraft – man denke an die neuen Alben von Enslaved, Skyforger oder Negura Bunget! – Tribut zu zollen und neue Perspektiven zu entwickeln. Tatsächlich spielt es keine Rolle, inwiefern nicht zahlreiche Bands zuvor mit nahezu den selben Mitteln und Zeichen ihre Ziele erreichen wollten; entscheidend sind Können, Begeisterung und Leidenschaft – das verdeutlichen Helrunar auf ähnliche Weise wie das ebenfalls in dieser Ausgabe vorgestellte Projekt Apoptose. Beiden ließe sich – eigentlich – der Vorwurf machen, etwas zu spät zu sein: Neofolk und Black Metal sind seit etlichen Jahren in Richtung „Massenware Underground“ aufgebrochen und haben am Wegesrand die selben umstrittenen Zeichen entdeckt, von denen man vermuten könnte, dass sie als einheitliche Codes nur noch dem Mode-Konsum, jedoch längst nicht mehr der Erinnerung magischer Momente dienen. Allerdings gelingt auch Helrunar das Kunststück, packende und eigenständige Natur-Musik zu erschaffen, die zumindest in mir Bilder von sturmzerrissenen Wolkenfetzen vor herrlich tiefblauem Nachthimmel, von Schnee und Eis verwitterten Findlingen zwischen urtümlich farbenfroher Heide und geheimnisvollen Wäldern hervor ruft. Weltfremde Träumereien? Mir egal, so lange es Gruppen wie Helrunar krachen und klirren lassen, wähne ich mich in Midgard noch nicht gänzlich allein... nichts lag indes näher, als mit den Urhebern dieser phantastischen Musik einige Worte zu wechseln!
Nun sind uns ja die ursprünglichen Motive nordischen (Black) Metals spätestens seit den Booklets der ersten Ulver- und Borknagar-Alben mehr als nur bekannt, sie liegen seit Jahren deutlich auf der Hand. Mit welcher Motivation tretet Ihr hingegen – Leugnen ist zwecklos! – das Erbe der von Euch erwähnten Sturm- und Drang-Werke an? Wie innerlich sind Euch Musik und Motive vertraut und wertvoll, so dass Ihr mit Helrunar auf solch lebendige Weise herrlich „altmodisch“ klingt?
Skald: Nun, wir tragen wohl alle ein bestimmtes Lebensgefühl in uns, dass sich durch Musik oder andere Kunstformen den Weg nach Außen bahnen will, wenn der Druck zu groß wird. Im Falle unserer Band haben wir eben entdeckt, dass diese Musik der beste Transporteur für diese Emotionen ist. Es hat sich einfach so entwickelt. Klar, dass wir irgendwie an die genannten Vorbilder anschließen wollen, da sie eben jene Musik machen, die uns erfüllt, die Bilder erweckt, in der wir uns wiederfinden. Mit einer anderen Musik wäre das nicht in der Form möglich. Vielleicht mit Neofolk,... wir hatten schon vor, auch Neofolk- Elemente einzusetzen, dieser Zweig ist aber im Rahmen der Kompositionsarbeit zurückgeblieben. Vielleicht erlangt er in zukünftigen Arbeiten größeres Gewicht. Die Musik ist einfach so geworden, sie schreibt sich ja bis zu einem gewissen Teil auch selbst, und benutzt den Komponisten nur als Medium, um klangliche Realität zu werden. Der emotionale Wert der genannten Bands ist für uns hoch. Ich denke, dass sie unser Leben sehr bereichert haben.
Die bei Helrunar hervor stechenden Momente sind Dein absolut verständlicher Gesang und die wirklich prägnanten Melodien, die in Verbindung mit dem auf den Punkt gebrachten Schlagzeugspiel Eure Lieder eindringlich wie eingängig werden lassen. Ihr greift den Hörer beim Schopf und rüttelt ihn erst mal kräftig durch, und bevor er weiß, wie ihm geschieht, kann er sich der Bannkraft der Melodien nicht mehr entziehen. Wahrlich geschickt - Ihr kennt Eure eigenen Grenzen anscheinend gut genug, um so selbstbewusst auf die eigenen Stärken vertrauen zu können, oder?
Skald: Danke für dieses schöne Lob. Wir haben alle schon langjährige Erfahrungen in anderen Bands, wenn du das meinst. Ferner sind wir während der Kompositionsarbeit auch untereinander konstruktiv- kritisch. Wenn einer von uns eine Scheißidee hat, sagen ihm die anderen das auch. Oder er wird direkt ausgelacht.
„Der Fährtensucher“ ist eine düstere Einführung, welche den Hörer unweigerlich auf die Atmosphäre einstimmt. Gleich als ich den Titel zum ersten Mal las und das sich anschließende "Raune mit der Tiefe" hörte, erinnerte ich einen Film über einen samischen Fährtensucher, den ich vor einigen Jahren mit Begeisterung gesehen habe. Die besungenen Motive würden mit diesem Kunstwerk - wenn meine Erinnerungen mich nicht trügen - atmosphärisch stark einher gehen. Bin ich jetzt gänzlich auf dem Holzpfad?
Skald: Als ich den Text für „Der Fährtensucher“ schrieb, hatte ich in der Tat auch diesen wunderbaren Film im Kopf. Der Text selber und das anschließende „Raune mit der Tiefe“ haben aber mit dem Film nichts mehr zu tun. Ich glaube, ich empfand nur das Wort „Fährtensucher“ in dem Moment als schön und passend. Vielleicht war da auch noch die Assoziation mit dem vielen Eis im Film.
Der Refrain von „Ich bin die Leere“ trägt zum Potential des ersten Helrunar-Klassikers deutlich bei. Das ist Musik, die live zünden sollte - doch vorerst wollt Ihr Euch in dieser Hinsicht bedeckt halten; warum? Überkommt Euch beim Spielen nicht selbst der Wunsch, solche Musik an einem stimmungsvollen Ort außerhalb des Proberaums zu entfachen?
Skald: Wir haben schon Lust, live zu spielen, allerdings haben wir aufgrund früherer Erfahrungen die Schnauze voll von schlecht besuchten Jugendheim-Gigs. Dann besser gar nicht! Wenn wir auftreten, dann sollte es schon in einem angemessenen, möglichst atmosphärischen Rahmen sein. Ich habe mich mit Blutaar von DRAUTRAN dahingehend in Verbindung gesetzt, da wir ihre Musik über alle Maßen schätzen, und sie unsere wohl auch mögen. Das wäre vielleicht in Zukunft mal eine schöne Gelegenheit. Allerdings müssten wir erst Session-Musiker anlernen, da wir ja nur zu dritt sind und ich ein beschissener Gitarrist bin.
Ich glaube, dass jeder, welcher die Anfangstage des nordischen Black Metals mit Feuer und Flamme bestenfalls noch in seiner Jugend erlebte, damit Momente verbindet, die für Außenstehende unverständlich bis bizarr anmuteten. So konnte ich mich beispielsweise früher nicht an einem Video mit Natur-Aufnahmen aus Norwegen, musikalisch untermalt vom „Vargnatt“-Demo, satt sehen, welches in der Szene kursierte und habe mich wesentlich lieber im Wald herum getrieben, als an der Spaßkultur der frühen Neunziger teil zu nehmen. Erging bzw. ergeht es Dir und Euch ähnlich?
Skald: Ich für meinen Teil kann in der Tat sagen, dass ich damals oft lang durch die Wälder (wenn man die hier im Münsterland so nennen kann) gestreift bin, mit oder ohne musikalische Untermalung auf dem Walkman. Im Falle von „mit“ waren SATYRICON, DARKTHRONE, ENSLAVED und auch BATHORY gute Weggefährten. Der norwegische Black Metal Anfang und Mitte der Neunziger war ein wichtiger Faktor in meinem Leben, gab mir Halt, Freiheit und Sinn.
Heutzutage sind meine Ausflüge in die Natur leider viel zu selten, da ich mitten in der Stadt wohne. Andererseits gibt es hier in der Nähe ein wundervolles Heidegebiet- sehr schön um dort zu wandeln oder auch mal dort mit Gleichgesinnten und Met die Nacht zu verbringen.
Ist dieses Video von dem du da sprichst irgendwie zu bekommen?
Ein Großteil Eurer Texte ist in altnordischer Sprache verfasst. Fühlst Du Dich mit einem Teil Deiner Persönlichkeit darin „beheimatet“, so dass Du sie mit solcher Inbrunst singen kannst und / oder ist all das der Hobby-Nutzen eines Skandinavistik-Studiums?
Skald: Natürlich finde ich mich damit irgendwie verbunden, sonst würde ich dieses Mittel nicht benutzen. Ich glaube, dass die archetypischen Bilder, die in Runen und Mythen (nicht nur in nordischen Mythen) stecken so tief im Menschen verwurzelt sind, dass sie nach wie vor Gültigkeit haben.
Warum ich hier die nordische Mythologie wähle- vielleicht ist das eine Geschmacksfrage, dass ich mich gerade damit so verbunden fühle. Eddische und skaldische Dichtung sind hochkomplexe, schöne und ausdrucksstarke Formen der Dichtkunst, die der Ottonormalverbraucher, der das Bild vom saufenden, raufendem Wikinger im Kopf hat, selbigem wohl gar nicht zutrauen würde. Die nordische Mythologie ist, wenn man sie verstehen lernt, voll von tief reichenden, sinnbehafteten Bildern, die mir im Leben schon oft den Weg wiesen, oder mir halfen etwas zu verstehen.
Die Sprache verwende ich, weil sie einen wunderschönen Klang hat. Der Hörer muss sie vielleicht gar nicht verstehen können, denn sie transportiert schon durch diesen Klang eine gewisse Atmosphäre. Natürlich profitiere ich von meiner universitären Bildung in diesem Zusammenhang, es ist aber mehr als ein bloßes Hobby. Die Edda z.B. im Original lesen zu können, und dann auch neue Dinge zu entdecken, die einfach nicht vernünftig ins Neuhochdeutsche übersetzt werden können, ist eine sehr erbauliche und gehaltreiche Angelegenheit.
In dem Euer Demo begleitenden Schreiben weist Ihr deutlich darauf hin, dass die Texte mit archaischen und mythischen Motiven nicht zwangsweise auf die Vergangenheit zu beziehen sind, sondern auch die Gegenwart beschreiben. „Ich bin die Leere“ könnte mit dem Lippenbekenntnis „kein Gott kennt mich“ als tabula rasa dem zahlreichen wechselhaften Einflüssen ausgesetzten Individuum der Postmoderne, welches seine Individualität mehr durch Konsum als durch innige Bindung - sei es an Götter, die Natur oder Menschen - zu verwirklichen sucht, erschreckend nahe. Welche vielleicht Angst einjagenden Gedanken stehen dahinter und inwiefern spiegelt sich in Helrunars Lyrik die von mir angedeutete Gegenwart?
Skald: Du bringst die der Platte als Konzept zugrunde liegenden Gedanken schon ganz richtig auf den Punkt. Das Grundlebensgefühl in der modernen Welt wie ich es oft wahrnehme ist in der Tat das Fehlen von Bindungen, Sinn, Spiritualität. Existenzangst. Darum sind wir die Leere.
Es kommt zu Konfrontationen: In „Raune mit der Tiefe“ mit dem Tod, in „Ich bin die Leere“ eben mit der Leere, empfunden als Egodram, in „Seelenwinter“ ebenfalls mit Leere und Kälte, diesmal aber in einem größeren Zusammenhang, in „Morket under verden“ mit den eigenen, inneren Dämonen. Aber ich will nicht zu viel verraten. Der Hörer soll sich eigene Gedanken machen, sich selbst in das Werk hineinprojizieren, und sehen, was es ihm gibt.
Ich finde es wichtig, dass man den Gehalt der Mythen auch auf die moderne Zeit anwendet, nur so erweckt man die vielleicht darin enthaltene Spiritualität zum Leben. Von alten Zeiten zu träumen, und sich vorzustellen, wie man mit einem Schwert durch die Heide rennt mag zwar bisweilen erbaulich sein, nährt aber nur das Ego, nicht die Seele.
Und jetzt mal Hand aufs Herz: „Gratr“ ist kein Demo, sondern ein Album. Ihr schlagt doch einen Großteil des so genannten Black Metal-Undergrounds komplett in die Flucht! Seid Ihr bereits auf Labelsuche? Welche Wünsche und Hoffnungen hegt Ihr diesbezüglich?
Skald: Ich denke ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass wir uns im Prinzip eher ein kleineres Label wünschen, das dann aber einen guten Ruf und gute andere Bands hat und gute Arbeit leistet. So wild sind wir nicht hinter einem Vertrag her, dass wir einen, der uns nicht passt, nicht ablehnen würden. Wir wollen uns vor allen die künstlerische Freiheit bewahren, daher ist Musik nicht unsere Hauptlebensaufgabe. Finanziell von seiner Musik abhängig zu sein, kann die künstlerische Freiheit schnell töten.
Ich persönlich wünsche mir ein Label wie ein gewisses deutsches, das mit „P“ anfängt, in Zeltingen- Rachtig sitzt und eine Menge guten Neofolk und Metal unter Vertrag hat...
Und nun zum Boulevard-Teil unseres seriösen Magazins: Was seid Ihr für Menschen? Seid Ihr überhaupt Menschen, oder hockt Ihr in münsterländischen Grotten, beißt vorüber fahrenden Radlern die Beine ab und vertreibt Euch die restliche Zeit mit dem Warten aufs nächste Kampfar-Album?
Skald: Das mit den Radfahrern ist eine gute Idee... davon gibt es hier eh zu viele und die fahren einem dauernd im Weg herum. Ja, dürfen die denn eigentlich alles?...
Warte mal bitte, Skald Draugir! Da kommt doch etwas angeschrammt... he!!! (plötzlicher Lärm von einem Keulenhieb, dann ein Moment Stille...) "Szene-Polizei, Ablass-Magazin! Mein Name ist Langweilix Benthistografix, dürfte ich mal Ihren Black Metal-Ausweis sehen? Wir haben erhärtete Verdachtsmomente, dass eines Ihrer Bandmitglieder die aufrechte Heiden-Metal-Szene mit griechischem Wein infiltrieren will! Und holen Sie doch gleich mal Ihre Biographie raus, aber bitte mit ganz viel Satan, Odin und Lästerei gegen die Christen und die Ju..., also gegen die Sie wissen schon!"
Skald: Der meint sicher Dionysos. Scheiße, wir haben ihm doch gleich gesagt, dass das mit DEM Pseudonym bloß Ärger gibt...
(erneutes Kampfgetümmel, diesmal stammt der Lärm eindeutig von einem Hieb mit einer Trollpicke) Tschuldige, Skald, der Peter vom Afake gibt auch nach 44 Ausgaben immer noch keine Ruhe... Wo waren wir stehen geblieben?
Skald: Was wir so machen. Also, wir sind eigentlich Studenten, bis auf Dionysos, der hat bisher gearbeitet. Aber nach zu viel griechischem Wein verspürt er jetzt auch den brennenden Wunsch, sich weiterzubilden.
Beliebte Aktivitäten von Alsvartr und mir sind ferner nächtelange Bud Spencer und Terence Hill- Filmorgien mit Massen an Bier, Mettendchen, Dijon- Senf und Toast oder alternativ nächtelange Gespräche darüber wie Scheiße das Leben ist mit denselben Zutaten. Dabei haben wir eine Entdeckung gemacht: Viele Menschen glauben es wären die kleinen Dinge die das Leben erst schön machen. Es sind aber gerade die kleinen Dinge, die das Leben erst richtig beschissen machen. Wenn man sich z.B. zum Bier trinken gemütlich in den Park setzt und dann plötzlich und unverrichteter Dinge von irgendeinem fremden, kranken Arschloch vollgequatscht wird, wenn der Abfluss der Dusche plötzlich verstopft ist, wenn der Käse sich im Sandwich- Maker festbrennt, wenn der Internet- Anschluss mal wieder aus irgendeinem Grunde nicht funktioniert, wenn man morgens aufwacht und einen Geschmack im Mund hat, wie eine Kuh, die Heringe kotzt, wenn man stinkbesoffen einpennt und dann um 7.00 Uhr morgens plötzlich wach wird, weil der Fernseher noch läuft, etc. ...
Kennst Du eigentlich Walter Moers´ „Ensel und Krete“ und bist daher mit Weisheiten wie „Hexen stehen immer zwischen Birken“ oder den Hinterhältigkeiten zamonischer Stollentrolle vertraut? Welche Bücher neben der Edda und klassischen Göttersagen haben Dich beeindruckt und fließen vielleicht ein wenig in Dein Schaffen bei Helrunar ein?
Skald: Die von dir erwähnten Stücke Weltliteratur sind mir bisher leider entgangen. Ich schätze aber die Novelle „Der dicke fette Pfannkuchen“, welcher sich nachher opfert, um eine arme Familie vor dem Hungertod zu bewahren.
Sehr wichtig war für mich das Buch „Helrunar“ von Jan Fries, nach dem dann gewissermaßen auch die Band benannt wurde. Ist mit Sicherheit das beste Buch über Runenmagie, das es gibt. Schön ist auch „Die Blätter von Yggdrasil“ von Freya Aswynn, ist auch Anfängern eher zu empfehlen als der Fries- Stoff. Als älteres Material sind die altnorwegischen und altisländischen Runengedichte als sehr wichtige Quelle zu nennen. Dann wären da noch die Werke meiner historischen Vorbilder: Die Gedichte von Skalden wie Bragi Boddarsson, Einar Skallaglamm, Eyvindr Skaldaspillir, Bjorn Hornklofi und Hallfre?r Ottarsson sind toller Stoff, leider kaum bekannt und auch ich hatte noch nicht die Zeit, die ich brauche, um mich mit ihnen so sehr auseinander zu setzen, wie sie es verdienen. Aber ich benutze manchmal ihre Kenningar. In größerem Umfeld waren vielleicht auch Existenzialisten wichtig: Camus, Sartre, Heidegger... die aber eher einen gedanklich/ philosophischen Hintergrund liefern. Es kommen sicher noch viele Bücher oder auch modernere Dichter hinzu, die irgendwie Einfluss auf das Werk haben, die mir aber jetzt nicht einfallen.
Vielleicht solltest Du unseren Lesern noch kurz mit dem Zaunpfahl winken, dass Heimdall sie Bifrost nur überqueren lässt, wenn sie mindestens drei Helrunar-Lieder rückwärts rülpsen können und sich der Erwerb eines gewissen Tonträgers deshalb lohnt?
Skald: Darauf antworte ich mal, wie angebracht, in skaldischer Weise. Möge die Brandung an den Klippen des Liedes also verstummen, denn nun herrscht der Flug des Adlers über die Ebene:
Bifrost besteigende
Bäume der Schlacht habt Acht
Heimdallr hört Helrunar
Holt euch den Klang für Gold
Dass er euch durchlässt zu
Den Hallen Wallvaters
Dass ihr nicht darben müsst
Denn Hel trinkt keinen Äl
Was bleibt mir noch, als Euch ganz herzlich zu danken für die Auskunftsfreude, Eure Musik und die Einwilligung, mit einem Song auf dem Sampler zu beweisen, dass der Untergrund kräftig bebt und birst?